Emscherweg

Eines Tages werde ich
den Weg neben der Emscher
verlassen, auch wenn du
mir vorwirfst, kein Vogel
zu sein und täglich unter dem
gleichen Himmel zu stehn.
Ich weiß, es ist dieses Stück
Himmel, das ich bewältigen kann.
Und auch der Metallzaun, der
die Emscher vom Weg trennt,
ist mir vertraut wie ein Freund,
der neben mir steht.
Die Emscher dagegen ist
häufig kaum zu entdecken.
Es ist mehr das Wissen, dass sie
irgendwo da ist zwischen und
unter Gestrüpp.
Eines Tages, ich verspreche
es dir, werde ich sie suchen,
dort unter diesem breitgetretenen
Himmel, neben der Koppel
mit den Pferden
und den Haufen Hundekot.

Gegenwart

Weil dies der Ort ist
durch dessen Fenster
Licht auf mich fällt
der Fragen wie Wände trägt
Antworten wie Teile des Dachs
an dem die Dinge neben mir stehen
mit nichts bekleidet
als ihrer Gegenwart

Sisyphos Stein

Von Jahr zu Jahr wuchs der Stein
unter seiner Hand

bis er größer war
als er selbst
und größer war
als der Berg
und größer war
als sein Gott

da zerschlug er den Stein
und baute ein Haus

Abstand und Licht

Wir werden nebeneinander stehen
wie Kanne und Schale
in einem Bild von Morandi
ein jeder von uns in seinem Grau
der Farbe die für sich spricht
und keine Fragen aufwirft
nur die
ob der Abstand
zwischen dir und mir
und das Licht auf unseren Schultern
den Anforderungen des Tages entsprechen